Blei oder Bleifrei Jagen?

Blei oder Bleifrei Jagen?

Kürzlich haben die Landesjägermeister empfohlen, bei der Jagd an Flachgewässern keine Bleischrote zu verwenden. Was bei uns noch eine Empfehlung ist, ist in Deutschland schon Gesetz. Doch wie gefährlich sind Bleigeschosse wirklich?

Seit alters her wird metallisches Blei aus Feuerwaffen verschossen.

Wir reden erstens über Bleischrot (In Tirol nur in geringer Verwendung)

Zweitens über Büchsengeschosse.

Ist Blei giftig ?

Auf diesen kurzen Nenner gebracht, trifft das für Geschossblei eindeutig nicht zu.

Wesentliche Voraussetzungen sind Löslichkeit, Menge und Einwirkungsdauer. Schon wenn einer dieser Faktoren fehlt, ist keine gesundheitliche Gefährdung zu erwarten.

Wenn von Bleivergiftungen gesprochen wird, handelt es sich in der Regel um Berufskrankheiten.

Mehr noch entstehen Bleivergiftungen durch orale Aufnahme von löslichen Bleiverbindungen (Bleiacetat, Bleizucker), die durch die Verbindung des Bleis mit organischen Säuren (z. B. Butter-, Milch-, Essig-, Weinsäure) entstehen, die in verschiedenen Nahrungsmitteln oder dem Körperschweiß enthalten sind. Genau diese Vermischung von Wirkung und Ursache wird dazu benutzt, um Blei generell als höchst bedenklich einzustufen. Das trifft bei der jagdlichen Verwendung nicht zu.

Blei auf der Jagd

Der Jäger kommt mit metallischem Blei, soweit es in Patronen verladen wird, nicht in Berührung.

Als Blei in die Diskussion kam, wurde versucht, dieses Metall durch andere Stoffe zu ersetzen. Die Massivgeschosse bestehen aus Tombak, Kupfer, Messing. Durch verbesserte Verfahren gibt es eine ganze Reihe von "Verbundgeschossen", bei denen der Kern galvanisch mit dem Mantel verbunden ist. Bekannteste Vertreter dieses Typs sind Nosler Accubond, Blaser CDP, Brenneke TOG und RWS-Evolution. Die Abstreifung oder feine Splitterung von Blei ist minimal.

Blei im Wildkörper

Der Vorwurf, dass in den USA zwischen zwei und drei Millionen Enten durch Aufnehmen von Bleischroten tödlich vergiftet wurden, als sie beim Gründeln vom Grund flacher Gewässer große Mengen Schrote aufnahmen, ist fraglich.

Die Zahlen beruhen auf unbewiesenen Schätzungen und wurden von jagdfeindlichen Umweltverbänden herausgegeben und von der Politik aufgegriffen. Belegt wurde nur das Vorhandensein von Bleischroten im Körper, aber in keiner Weise eine Bleivergiftung.

Besonders publikumswirksam wurde seitens des "Naturschutzes" der Tod von Seeadlern in Brandenburg "vermarktet". Hier sollen sich Seeadler durch Atzen von Schalenwild-Aufbrüchen vergiftet haben. Selbst 50%ige Salzsäure löst Blei nicht auf. So ist das auch durch die Magensäure eines Greifvogels nicht möglich

Nach Verwendung von bleifreien Geschossen kam es zu Unfällen durch Abirren oder Durchschlagen der Massivgeschosse sowohl auf der Jagd als auch auf Schießständen. Die Deutsche Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen (DEVA) stellte ein erhöhtes Gefährdungspotenzial fest. Nun wird wieder von der Verwendung von Massivgeschossen abgeraten bzw. diese verboten, kaum dass sie vorgeschrieben wurden.

Geschossblei im Menschen

Noch bei keinem Jäger oder Konsumenten von Wildfleisch, sei es von Haar- oder Federwild, konnte eine Bleivergiftung nachgewiesen werden, die auf die Aufnahme von Geschossblei beim Verzehr von Wildbret zurückzuführen wäre.

Kommentar

Was die Bleihysterie betrifft, liegt der Verdacht nahe, dass man seitens einiger Regierungen auf den Zug der Jagdgegner aufspringen will, um von anderen Umweltproblemen abzulenken.

Der obersten Verpflichtung, jedes Wild möglichst schnell zu töten, kommt man mit der heutigen Munitionstechnologie am nächsten.

Jedes Medikament, das für die Gesundheit von Mensch und Tier ist, muss ausreichend getestet werden. Das sollte auch für die Jagd gelten. 

 

Ernst Rattin

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