Jagdhund Ausbildung - Teil4
VOM WELPEN BIS ZUM FERTIGEN SCHWEISSHUND
Die Entwicklung von Woche 32 bis 52
Mein Jagdfreund Arco wird am 4.4.2011 ein Jahr alt und entwickelt sich prächtig. Er wiegt 21 kg und hat eine Risthöhe von ca.50 cm.
Vorsoge Impfungen:
Den Empfehlungen seines Tierarztes sollte man bei Ungewissheit zu Rate ziehen. Beginnend mit den Welpenimpfungen, Entwurmungen, Halbjahres Impfung kommen im Alter von 1,5 Jahren die Auffrischungsimpfungen!
Die Tollwutimpfung wird auf Anraten des Tierarztes erst mit einem Jahr durch geführt. Sollte ein Jagdhund in einem Krisengebiet beheimatet sein so wird diese zur Vorsicht früher geimpft. Mittlerweile ist der Impfstoff für Tollwut 3 Jahre ausreichend und muss somit nicht jedes Jahr aufgefrischt werden.
Als Vorsorge und für das Wohlbefinden des Vierbeiners ist neben der jährlichen Auffrischungsimpfung Halbjährlich eine Wurmkur empfehlenswert.
Ab einem Jahr sollte man auch je nach Entwicklung und dem Energieverbrauch das Futter auf Größe, Gewicht und Leistung anpassen.
Es empfiehlt sich hier das Folge Trockenfutter von 12 bis 15 Monaten zu verfüttern. Erst ab einem Aller von 16 Monaten sollten im Futter wesentlich weniger Energie reiche Proteine enthalten sein.
Das Futter ist auf die körperliche Konstitution und die vom Hund geforderten Leistung an zu passen.
Tipp:
Wenn man selber nicht weiter weis so empfiehlt es sich die Beratung durch den Tierarzt oder einer Verkaufsstelle von Kleintierzubehör ein zu holen.
Im Teil 3 habe ich ausführlich über das ausarbeiten künstlicher Schweißfährten berichtet. Ich erinnere mich gerne an die Zeit mit welcher Passion Arco diese Fährten ausgearbeitet hat.
Ich kann es kaum erwarten bis wir Übungsfährten arbeiten können.
Jede Übungsfährte dient als Vorbereitung auf die Vorprüfung die im Herbst ansteht.
In der stillen und besinnlichen Zeit beschränkt sich die Jagd auf das „Fuchs passen“ und den regelmäßigen Fütterungsgängen.
Meine Passion Fuchs, Marder und Dachs zu bejagen ist ungebrochen. Ich habe regelmäßig zum Abendansitz Arco meinen Jagdgefährten dabei gehabt.
Tipp:
Hier empfiehlt es sich ähnliche Zeiten der Reviergänge wie im Sommer ein zu halten.
Wichtig dabei ist eine geschlossene, trockene Kanzel zu wählen.
Wer will schon gerne auf einem nassem und kalten Boden Stunden lang verweilen müssen. Wir haben beim Fuchs passen oft Temperatur jenseits
Minus 10 Grad gehabt.
Die Zeit der Ruhe und kurzen Tage genieße ich persönlich sehr!
Hier hat man das Gefühl bei den diversen Reviergängen und Abendansitzen die Welt gehört einem ganz alleine.
In der ruhigen Zeit steht unser Schalenwild in der Nähe der Fütterungen.
Der Lebensraum ist im Gegensatz zum Sommer Lebensraum im Winter durch den Zuzug von sehr weit her zu den Fütterungen auf ein Minimum geschrumpft.
Das heimische Wild benötigt in dieser Zeit enorm viel Ruhe um Kraft genug zu haben den harten Winter zu überstehen.
Für meinen Jüngling ist diese Zeit der Ruhe nicht schlecht. Die Flegelmonate, die Schnellwüchsigkeit und der ungebrochene Drang einen Spielgefährten zu suchen ist nach wie vor ungebrochen.
Mit meinem BGS Rüden Arco habe ich in dieser Zeit lange Spaziergänge, Reviergänge, Luderplatz bestücken, Schleppen ausarbeiten, Gehorsamsübungen, Suchen auf Raubwild durch Schleppen und Regelmäßigen Fütterungsgänge unternommen.
Tipp:
Wenn man einen Fuchs oder Marder erlegt und seinen Jagdgefährten nicht dabei hat so sollte man eine Schleppe auf Umwegen bis zu einem Platz legen. Am darauffolgenden Tag den Fuchs oder Marder auslegen und seinen Gefährten vom Anschuss an Suchen auf Raubwild üben. Bei dieser Übung wird der ALLTAG zu einem Jagdtag und bringt speziell im Winter Abwechslung für deinen Jagdkameraden.
Mittlerweile sind einige Flegelwochen vergangen. Einige stehen uns noch bevor! Wenn man nicht alles so ernst nimmt amüsiert einen die Neugier und der Drang etwas an zu stellen. Auch mit welchen Mitteln er Aufmerksamkeit einfordert ist hoch interessant und abwechslungsreich.
Mein Jagdfreund Arco hat entdeckt, dass es Hasen im Revier gibt!
Hier kommt die Passion der Bracke voll durch Hasen und Fuchs laut zu jagen.
Tipp:
Sollte dein Jagdfreund einmal den Gehorsam vergessen nicht schimpfen noch hart bestrafen.
Kommt er zurück nach einem kurzen Ausflug sofort an die Leine nehmen und weiter gehen als sei nichts gewesen. Abmahnen beim Anhalsen mit Worten ja als Zeichen des Ungehorsams.
Auf gar keinen Fall grob bestrafen!
Nur wenn er einen unmittelbaren Zusammenhang zu seinem Ungehorsam her stellen kann eingreifen und Gehorsam einfordern. Die Bestrafung ohne Zusammenhang wäre ein großer Fehler und kann sich später einmal als Nachteil erweisen.
Es liegt nun mal in der Natur deines Vierbeiners zu jagen und zu versuchen Beute zu machen. Ich bin nicht dafür jede Bewegung des Hundes mit Kommandos zu versehen. In der Praxis und deren Aufgaben einer Freisuche ist der Vierbeiner auf sich selber gestellt und muss selbständig Entscheidungen treffen.
Wenn das Schalenwild fitt und gesund ist lässt der Hund nach längstens 3 Minuten vom Wild ab.
Beim Feld und Schneehasen wird der Jagdgefährte mit seinem Brackenblut länger nachhängen.
Hier braucht man etwas mehr Geduld und Zeit!
Wenn das Brackieren und vorschießen eines Hasen nicht praktiziert wird wirkt sich das nicht negativ auf die Arbeit auf Schweiß aus.
Erfahrung und Beobachtung:
Im Fütterungsbereich verhält sich der Hund sehr passiv. Als erkenne er die Wichtigkeit der Ruhe in diesem Bereich. Schon der Vorgänger hat in diesem Bereich zwar den Umkreis von 100 Meter abgesucht aber nie weiter dem Wild nach gehangen.
Warum das so ist kann ich nicht beantworte!
Vielleicht ist diese Zone ein tabu Bereich den die Natur dem Vierbeiner mit gibt.
Oft schießt Arco durch seine ungestüme Art weit über das Ziel hinaus.
Mit diesem Verhalten muss man Leben und sich erst zu Recht finden.
Man muss sich nur vorstellen wie schnell dein Jagdfreund heran wächst.
In diesen wenigen Monaten beginnend mit dem Welpenalter, die Kindheit, die Jugend mit der Pubertät alle Phasen der Entwicklung innerhalb von nur 18 Monaten beinhalten.
Oft sagt man der Hund hat 3 Lebensabschnitte!
Vom Welpenalter bis in etwa 4 Jahre hat man einen jungen Hund.
Von 4 Jahren bis 8 Jahre hat man einen Leistungsstarken, brauchbaren Hund.
Letzter Lebensabschnitt ab 8 Jahre hat man einen alten Hund je nach Rasse und Einsatz des Hundes.
Zusammenfassend die laufenden Trainingseinheiten:
Ab dem Zeitpunkt wo der Boden Schnee und Frost frei wird beginne ich mit den Übungsfährten.
Einen Hunde Abrichte Kurs besuchen. Diese beginnen bald!
Soziale Kontakte suchen. Wir haben durch die Aufgabe unserer Hunde kaum Kontakt zu anderen Artgenossen.
Der Übergang bis die Schusszeit beginnt werden genutzt mit
Gehorsamsübungen, und Reviergängen.
Reviereinrichtungen bauen, renovieren, Fütterung säubern, Pirschsteige ausschneiden und vieles mehr – hier kann man seinen Vierbeiner mit nehmen und ablegen übern.
Vorbereitung auf die Prüfung.
Prüfungsaufgaben sind: Leinenführigkeit, Ablegen, Schussfestigkeit, ausarbeiten einer 1.000 langen künstlichen Schweißfährte – 500 Meter mit Schweiß und Schalen, 400 Meter nur mit Schalen, letztes Wundbett mit Schweiß und Schalen.
Im kommenden Teil 5 werde ich euch die Fortschritte und den Prüfungsverlauf beschreiben.
Bis dahin wünsche ich allen Hundefreunden einen guten Anblick und ein kräftiges Weidmannsheil!
Horst Kraißer
Obmann der Nachsuchestation Kitzbühel














