Jagdhund Ausbildung - Teil5

Vom Welpen bis zum fertigen Schweißhund

Die Entwicklung von BGS Rüden ARCO vom Predigerstuhl

Zeit von 12 Monaten bis zum 18 Monat

Schwerpunkt:

Praxis, Reviergänge, Vorbereitung auf die Vorprüfung,

Prüfung am 19.Oktober 2011 in Tirol/ Westendorf/ Windau

Teil 5


In der Zeit vom letzten Bericht Teil 4 hat mein Rüde Arco einen enormen Sprung in seiner körperlichen Entwicklung gemacht. Vom Kind sein über die Flegelmonate eines Jugendlichen bis hin zum heranwachsenden Jungrüden.

Nachsuchestation

Wichtig:

In dieser Zeit der Schnellwüchsigkeit kann man durch viel beobachten seinen Hund kennen lernen. Aus den gewonnenen Eindrücken sollten die Verhaltensregeln für Herrl und Hund auf einander abgestimmt werden. In dieser Zeit besteht die große Chance der innigen Bindung zwischen Herr'l und Hund zu festigen.

Man lernt von einander und stimmt sich auf einander ab!

Durch das erkennen von Fähigkeiten seines Vierbeiners kann man später in der Praxis Nutzen daraus ziehen.

Das erkannte Potential fördern und forcieren ist auf Dauer der Schlüssel zum Erfolg.

Nachsuchestation

Tipp:

Der Jagdhund soll nicht die Eigenheiten und Gewohnheiten vom Herr'l sondern das Herr'l soll das Potential seines Hundes erkennen und damit richtig umgehen lernen.

Ein Zwang den vorherigen Hund zu kopieren oder Versäumnisse vom vorherigen Hund nach zu holen werden immer Scheitern an der Tatsache, dass jeder Mensch und jedes Lebewesen einzig artig ist in seiner Art und Weise.

Um für beide Teile eine hohe Akzeptanz, viel Toleranz und das nötige Verständnis zu entwickeln ist ein miteinander mit dem richtigen Augenmass der beste Weg zum Erfolg.

Dein Vierbeiner unterscheidet nicht ob du viel Geld, viel Besitz oder viel Ansehen genießt.

Er wertet das nicht noch misst er welchen Reichtum an vergänglichen Gütern man besitzt.

Wenn du Deinem Vierbeiner das Vertrauen schenkst wird er dich mit bedingungsloser Liebe belohnen.

Ohne WENN und ABER!

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Die letzten Monate haben wir genutzt Erfahrung im Revier zu sammeln.

Durch die täglichen Reviergänge haben sich einige Abläufe als Routine eingeprägt.

Das ablegen unterm oder neben dem Sitz, wie auch die Schussabgabe, als auch das versorgen von Wild, Reviereinrichtungen bauen und bestücken ist für meinen Arco eine Abwechslung die den Jagdsinn so richtig schärft.

In dieser Zeit konnten wir schon auf einige Rehböcke und Hirsche nachsuchen.

Mit viel Erfolg haben wir schon einiges zu Stande gebracht und dem Schützen stundenlanges her um irren und doch nicht finden erspart.

Der Spurwille und das Suchen scheint Arco in den Genen zu liegen.

Dabei zeigt er unheimlich viel Spurwillen und wenn er die Fährte einmal angefallen hat geht so richtig die Post ab. Dann kommt sein Beutewille und die jugendliche Kraft gebart mit hoher Geschwindigkeit in der Ausarbeitung auf natürliche und künstliche Fährten so richtig zum tragen.

Nachsuchestation

Bei Übungsfährten und Suchen auf natürlichen Fährten lernt man schon in jungen Jahren die Leistungsbereitschaft seines Hundes kennen.

Für die spätere Praxis ist das arbeiten in frühen Jahren auf natürliche Jagdfährten sinnvoll.

Für die Prüfung auf künstliche Fährten kann das mit unter etwas hemmen und den Leistungsrichtern ein falsches Bild vermitteln.

Tipp:

Sollte ein Hundeführer vor den Prüfungen mit seinem Junghund natürliche Fährten arbeiten so muss er versuchen IMMER Erfolg zu haben. Ist eine vermeintliche Fährte nicht zu arbeiten aus welchen Gründen immer so sollte sofort an den darauffolgenden Tagen eine künstliche Fährte ausgearbeitet werden. Hier muss der Hund Erfolg haben um die Wichtigkeit und die gute Laune des Beute machen's nicht zu verlieren.

Erst in späten Jahren wenn der Hund einmal gefestigt ist und er weis um was es geht versteht er auch eine Kontrollsuche und ein nicht zu Stande bringen.

Nachsuchestation

Die Prüfung!

Am 19.Oktober 2011 wurden wir geladen von unserem Gebietsführer Paul Öttl zur Vorprüfung in Westendorf/ Windautal.

Für das bessere Verständnis für nicht Schweißhundeführer ist die Vorprüfung die Gesellenprüfung und die Hauptprüfung auf natürliche Wundfährte die Meisterprüfung.

Im Sinne der anderen Hunderassen ist die Vorprüfung für Schweißhunde gleich zu setzen einer VGB.

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Der Treffpunkt für alle 7 Gespanne (wobei nur 6 Gespanne - 5 Hündinnen und 1 Rüde angetreten sind) um 8:00 beim Gasthof Steinberghaus/ Windau.

Die nötigen künstlichen Fährten wurden von den Richterkollegen wie es die Prüfungsordnung vor schreibt am Vortag um ca. 13:00 vor bereitet. Ebenfalls schreibt unsere Prüfungsordnung vor am Ende der Fährte muss das dazupassende Wild vor liegen. Unsere Prüfungen werden ausschließlich mit Rotwild oder Gamswild vor bereitet.

Es wäre auch noch Schwarzwild zulässig!

Nachsuchestation

Kurz beschrieben die Prüfungsfächer

1.) Frei ablegen oder fest am Riemen ablegen - der Jagdgefährte darf seine Position nicht wesentlich verändern

2.) Schussfestigkeit - Abgabe eines Schusses - der Jagdhund darf seine Position nicht wesentlich verändern

3.) Leinenführigkeit frei Fuß oder an der Leine, ablegen, absetzen, rufen zum kommen,

4.) Suche auf einer künstlichen Schweißfährte - 500 Meter mit Schweiß und Schale, 400 Meter nur mit Schalen, 100 vom letzten Wundbett mit Schalen und Schweiß, dabei verwendet man ¼ Liter gesiebten Schweiß, passende Schalen und das Stuck

5.) Freisuche - vom letzten Wundbett sucht der Hund selbständig bis zum Stuck - anschließend muss der Hund in einer angemessenen Zeit zum Herr'l zurück kommen und das gefundene Stuck mit Vorsuche dem Hundeführer zeigen

6.) Wahlweise kann je nach Anlage des Hundes das Tot verbellen anstatt Freisuche als Leistungsnachweis erbracht werden

7.) Verhalten am Stück - nicht anschneiden

Nachsuchestation

1.) Ablegen

2.) Schussfestigkeit

Ich wählte mit Arco bei diesem Fach das fest ablegen!

Nach Abgabe eines Schusses so nach 20 Minuten zeigte mein BGS Rüde Arco kaum Reaktion noch beeindruckte der Knall.

Leider musste ein Hund zurück gezogen werden, da er nicht die geforderte Position einhalten konnte. Auch hatte der Hund auf die Schussabgabe reagiert und den Platz wesentlich verändert und verlassen.

Schade die Prüfung an diesem Tag ist für den Hundeführer gelaufen.

Nachsuchestation

Tipp:

Auch wenn du dir ziemlich sicher bist, dass dein Hund Platz bleibt eine Prüfung hat eigene Gesetze. Die oft lange Fahrt zur Prüfung, viele Hunde, eine nicht vertraute Umgebung, mehrere Personen, Spannung liegt in der Luft, der Hundeführer ist selbst angespannt und überträgt die Nervosität. Das sind Situationen die das gewohnte Verhalten beeinflussen können. Auch noch so gut abgeführte Hunde können hier scheitern.

Deshalb lieber auf ein paar Punkte verzichten und den Hund fest ablegen.

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3.) Leinenführigkeit

Arco zeigte wie gewohnt sein Temperament und wollte gleich zur Fährtenarbeit über gehen.

Nach mehrmaligem ermahnen Fuß zu gehen haben wir die gewohnte Gangart eingelegt.

4.) Arbeiten auf die künstliche Fährte

Nachdem sich die Leistungsrichter ein Bild über die Leineführigkeit gemacht hatten wurden Arco und ich in die Nähe des Anschusses gebracht.

In der Nähe des Anschusses angekommen wurde mein Jagdgefährte Arco von mir abgesetzt.

Ich musste den Leistungsrichtern den vermeintlichen Anschuss erklären.

Zum einen die Brüche und die Bruchzeichen die ich vorgefunden habe.

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Nachdem ich mir ein Bild gemacht habe legte ich meinem BGS die Halsung, Nothalsung und den Schweißriemen an.

Mit langer Leine bin ich mit meinem Rüden zum Anschuss gegangen.

Da er sich seiner geforderten Aufgabe bewusst wurde konnte er es nicht erwarten die Fährte zu arbeiten.

In seiner gewohnt schnellen Art fällt er die Fährte an. Mit viel Temperament, Wille, Kraft und Geschick ging die Post ab.

Sein mir bekannter Fährtenwille, Geschick und Wille Beute zu machen wurde auch bei dieser überaus Anspruchsvollen und sehr langen künstlichen Fährte unter Beweis gestellt.

Über Nacht ist auf dem Almboden reger Betrieb von Rotwild und Rehwild zu erkennen gewesen. Viele Verleitfährten haben Arco nicht davon abgehalten die richtige Fährte aus zu arbeiten. Am Waldrand angekommen ging die Fährte entlang eines stark begangenen Rotwild Wechsels der schließlich zum letzten Wundbett führte.

5.) Freisuche

Hier wählte ich wie bei den Trainingsfährten die Freisuche.

Meinem Rüden Arco habe ich die Halsung abgenommen und ihn angerüdet das Stuck zu suchen.

Sicher und gezielt wie auf Schienen hat er die letzen 100 Meter zum Stuck gesucht.

Nach kurzem in Besitz nehmen kam mein Rüde unverzüglich zu mir zurück.

Setze sich neben mich als wolle er sagen, „ ich zeige Dir das Stuck Rotwild".

Ich zeigte die Freude und rüdete Arco an mir das gefundene Wild zu zeigen!

Dort angekommen nahmen wir beide die Beute in Besitz!

Meine Freude über die tolle Arbeit übermittelte ich meinem Arco.

Ich lobte Arco und trug ihn nach einiger Zeit vom Stuck ab.

Das Verhalten am Stuck anderen gegenüber ist ausreichend scharf und wird auch von mir nicht weiter gefördert. Die Wildschärfe ergibt sich aus den Nachsuchen von alleine.

Tipp:

Sollten Jäger im Revier Jagdgäste führen so sollte tunlichst das „scharf machen" vermieden werden.

Jeder Schweißhund hat genug Wildschärfe die ihm angeboren ist um das gefundene Wild in Besitz zu nehmen und zu verteidigen.

Teilen wird dein Jagdhund nur mit seinem Herr'l und sonst mit keinem Anderen.

Wenn man das Abtragen vom Stuck ausreichend schon bei den ersten Fährtenarbeiten geübt hat ist im Anschluss das besichtigen und versorgen des Wildes für keinen Teilnehmer mehr ein Problem.

Mit dem Abtragen ist die ihm gestellte Aufgabe erfüllt und er muss nicht mehr aufpassen!

Nachsuchestation

Nach eingehender Beratung der Leistungsrichter wurde das Prüfungsergebnis im Detail besprochen.

Die Prüfung wurde als sehr gut bewertet und es wurden mir die beiden Brüche überreicht mit den Worten „Weidmannsheil"!

Ich dankte mit „Weidmannsdank"!

Wie es sich gehört erhält den ersten Bruch mein Jagdgefährte Arco und dieser wird an seiner Halsung angebracht.

Im Anschluss daran ziert auch ein Bruch meinen Hut!

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Nachdem ALLE Gespanne und die Richter eingetroffen sind gab es eine Richterbesprechung.

Nach der Besprechung hat unser Gebietsführer Paul Öttl die Ergebnisse verlesen.

Nachsuchestation

Dabei werden die Stammtafel mit Eintrag der Prüfung und eine Urkunde überreicht.

Nach erfolgreicher Vorprüfung wartet auf uns jetzt die Hauptprüfung!

Ich bin schon gespannt wann wir die Möglichkeit erhalten werden!

Diese Arbeit möchte in einem anderen Bericht beschreiben und verbleibe bis dahin mit einem kräftigen Weidmannsheil und HORÜDHO!

Horst Kraißer

Führer von BGS Rüden Arco vom Predigerstuhl

Jagdaufseher und Leistungsrichter für Schweißhunde

Obmann der Nachsuchestation Kitzbühel

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